Der Rothirsch „Bargfelder“ ist erneut unterwegs in Richtung Segeberger Heide, nachdem er in den vergangenen Jahren regelmäßig vom nördlichen Hamburger Stadtrand zur Brunft in die Segeberger Heide und anschließend wieder zurückgewandert. Dieses Wanderverhalten bestätigt sich nun zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre, was einen wichtigen Aspekt der Jagdpraxis in Schleswig-Holstein hervorhebt: die Bedeutung von Wildtierkorridoren für die genetische Vielfalt und den Überlebensraum der Rotwildvorkommen im Land. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. (LJV) hat den Hirsch am 3. Juli 2024 mit einem GPS-Sendehalsband ausgestattet, um seine Wanderbewegungen zu dokumentieren. Der Hirsch trägt ein blaues Halsband und eine gelbe Ohrmarke, sowie ist an einer kahlen Stelle an der rechten Schulter gut zu erkennen. Nach den vorliegenden Beobachtungen befindet sich der Hirsch in guter Verfassung. Die Wanderbewegungen des „Bargfelders“ sind von besonderem Interesse, da sie die genaue Nutzung der Wege zwischen dem Raum Bargteheide und Duvenstedter Brook sowie der Segeberger Heide dokumentieren. Diese Daten können helfen, wichtige Wildtierkorridore bei Planungen besser zu berücksichtigen und ihre weitere Zerschneidung durch Straßen, Siedlungen oder andere Infrastruktur zu vermeiden. Für das Rotwild in Schleswig-Holstein ist dieser Austausch von besonderer Bedeutung. Mehrere genetische Untersuchungen weisen darauf hin, dass einzelne Rotwildvorkommen im Land nur eingeschränkt miteinander verbunden sind. Wandernde Hirsche können Gene zwischen solchen Teilpopulationen austauschen, was bedeutet, dass funktionierende Wildtierkorridore eine wesentliche Voraussetzung für die genetische Vielfalt langfristig sind. Der Rothirsch „Bargfelder“ steht beispielhaft für viele Wildtierarten, die auf durchlässige Landschaften angewiesen sind. Die Wanderung des „Bargfelders“ zeigt konkret, wo solche Verbindungen noch funktionieren. Wildtierkorridore müssen deshalb nicht nur auf Karten bestehen, sondern für Wildtiere tatsächlich nutzbar bleiben. Der LJV bittet darum, den Hirsch weiterhin zu schonen und Sichtmeldungen und Fotos an f.zabel@ljv-sh.de zu melden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wanderbewegung des „Bargfelders“ nicht nur eine interessante Jagdpraxis ist, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Schaffung und Wahrung von Wildtierkorridoren für langfristige genetische Vielfalt und den Überlebensraum der Rotwildvorkommen in Schleswig-Holstein darstellt.
Revier · Schleswig-Holstein
Rothirsch-Wanderung in Schleswig-Holstein: Der „Bargfelder“ ist wieder unterwegs
Der zwölfjährige Hirsch folgt seinem bisherigen Muster und durchquert mehrere Jagdreviere. Die Wanderbewegungen sollen genauestens dokumentiert werden, um wichtige Wildtierkorridore zu schützen.