In Deutschland sind Damwildreviere deutlich häufiger als Rotwildreviere, was zu einer erhöhten Bejagungszahl führt. Da Damwild sichtbarer ist als Rotwild, wird es oft als naiv angesehen. In Wahrheit ist es jedoch extrem lernfähig und vermeidet Flächen mit schlechten Erfahrungen oder verlagert seine Aktivität in die Dunkelheit. Die Bejagung von Kahlwild beinhaltet die Erlegung von Kälbern, Schmaltieren sowie Alttieren. Dabei spielt die Anzahl der Alttiere eine entscheidende Rolle, da sie den Bestand maßgeblich beeinflussen können oder nicht. In vielen Revieren stellt sich das Problem, dass der Abschuss von Schmaltieren und Kälbern relativ schnell erfüllt ist, während am Ende des Jahres nur 10 % der Alttiere erlegt werden. Dies führt zu einem stetigen Wachstum des Bestands, da die Zuwachsträger, also Alttiere, nicht angegriffen werden können.