Das Röhren hallt über die Waldwiese. Im Schein der ersten Sonnenstrahlen schiebt sich das Rudel langsam durch den Nebel aus dem Bestand. Der König des Waldes betritt die Bühne und verjagt einen Beihirsch. Er setzt zu einem siegreichen Röhren an, doch da bricht der Schuss. Der kapitale Hirsch ruckt, taumelt und fällt. Wenig später sitzt ein glücklicher Erleger neben dem Recken. Dieser wird mit Brüchen geschmückt, alles arrangiert, und es werden Erinnerungsfotos gemacht. Dann geht es ans Versorgen der Beute, und der Jagdgast schaut etwas ratlos, denn ein so großes Stück hatte er bis jetzt noch nicht zu versorgen. Und bei aller Freude fällt auf: Der Hirsch duftet auch recht streng. Einen Brunfthirsch verwerten: Jagderlebnis vs. Wildbrethygiene Gewisse Jagdarten haben einfach Tradition. Die Blattjagd, die Jagd auf den Brunfthirsch oder den Brunftwidder. Das bei diesen Jagden gewonnene Wildfleisch hat nicht die beste Qualität. Es liegt in der Natur der Sache, dass der deutliche Hormonschub bei den männlichen Stücken mit einigen Nebenwirkungen einhergeht. Testosteron und Adrenalin sind keine optimalen Bedingungen für gute Fleischqualität.