Die gängige Annahme, dass nur die stärksten Tiere ihre Gene weitergeben dürfen, wird zunehmend hinterfragt. Eine Analyse der Fortpflanzung bei Wildtieren, insbesondere beim Rotwild, zeigt, dass Faktoren wie Erfahrung, Glück und die Fähigkeit, Konflikte zu vermeiden, wesentlich wichtiger sind als bloße Körperkraft. Während der Brunftzeit offenbart sich, dass nicht nur die stärksten Hirsche zur Fortpflanzung kommen, sondern auch jüngere, weniger erfahrene Männchen, die von den Dominatoren die Möglichkeit zur Paarung erhalten. Sammlung von weiteren Beobachtungen belegt, dass eine Vielzahl von Aspekten in der Partnerwahl der Tiere eine Rolle spielt, die über die physische Stärke hinausgehen.
Was heißt das für Jäger? Die Überlegung, dass die Jagd auf Trophäen nur auf die stärksten Tiere abzielen sollte, wird somit infrage gestellt. Der Beitrag regt dazu an, die Rolle von Erfahrung und sozialen Strukturen bei der Fortpflanzung zu erkennen, was auch für die Revierbewirtschaftung und die Einschätzung der wildlebenden Tierpopulationen von Bedeutung ist.