Rotwild ist eine der größten einheimischen Cervidenarten, deren Lebensräume in Deutschland zunehmend eingeschränkt werden. Trotz vertraglicher Verpflichtungen zum Schutz der Biodiversität, wie sie durch die EU-Biodiversitätsstrategie und nationale Strategien gefordert werden, zeigen einige Bundesländer, dass sie weiterhin Rotwild in Einstandsgebieten einsperren. Diese Praxis gefährdet nicht nur die genetische Vielfalt, sondern auch die Gesundheit der Bestände durch eingeschränkten Genaustausch.
Was heißt das für Jäger? Die Jagd auf Rotwild erfordert eine Anpassung der Bestände an die Landeskultur. Abschusspläne müssen realistisch und naturnah sein, um gesunde Bestände zu gewährleisten. Gleichzeitig muss der Trophänekult kritisch hinterfragt werden, da er zu einer unausgewogenen Altersstruktur in den Populationen führen kann. Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis und die Beachtung biologischer Rahmenbedingungen sind dabei entscheidend für eine nachhaltige Jagd.