Am 1. Oktober 2026 hat der Deutsche Jagdverband (DJV) seine Stellungnahme zur Evaluierung des Waffengesetzes abgegeben. Dabei wird deutlich, dass der Fokus künftig auf der Bekämpfung illegaler Waffen liegen muss. Der DJV kritisiert die bestehende polizeiliche Kriminalitätsstatistik, die keine klare Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Waffen bei Straftaten vornimmt. Laut Expertenschätzung sind etwa 35 Millionen illegale Schusswaffen in Deutschland im Umlauf, und es ist bekannt, dass Besitzer dieser Waffen für einen Großteil der Straftaten verantwortlich sind.

Der DJV fordert daher nicht nur eine Verbesserung der statistischen Erfassung, sondern auch eine Entlastung der legalen, registrierten Waffenbesitzer sowie der zuständigen Behörden. Diese sollen sich gezielt auf den Kampf gegen den illegalen Waffenhandel konzentrieren können. In diesem Zusammenhang wird betont, dass vergangene Verschärfungen des Waffenrechts oft ohne sachliche Begründung oder empirische Grundlage erfolgten. Professor Dr. Jürgen Ellenberger, Vizepräsident des DJV, äußerte Bedenken, dass symbolische Maßnahmen gegen legale Waffenbesitzer nicht den gewünschten Sicherheitsgewinn bringen. Ein Beispiel dafür ist eine Sonderauswertung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums, die zeigt, dass lediglich 0,01 Prozent der legalen Waffenbesitzer zwischen 2019 und 2024 ein Tötungsdelikt begangen haben.

Die Forderungen des DJV umfassen zudem eine Lockerung der waffenrechtlichen Regelungen in Bezug auf Schalldämpfer, Nachtzieltechnik und größere Magazine, um den Bedürfnissen der Jagd Rechnung zu tragen. Psychologische Eignungstests für Jäger werden abgelehnt, ebenso eine Begrenzung der Anzahl von Langwaffen. Beide Maßnahmen könnten den ohnehin überlasteten Behörden zusätzlichen Aufwand verursachen, ohne messbare Verbesserungen für die innere Sicherheit zu bieten.

Ein zentraler Punkt der DJV-Stellungnahme ist die Aufforderung, die veralteten Annahmen, auf denen das geltende Waffengesetz beruht, zu überprüfen. Diese Annahmen stammen teils aus einer längst vergangenen Zeit und sollten auf empirische Forschung basieren, die keinen Zusammenhang zwischen der Anzahl legaler Waffen, strengen Besitzregelungen und der Tötungsrate aufzeigt.