Im Rahmen eines bundesweiten Monitorings zur Erfassung der Bestände von Stockenten haben Jägerinnen und Jäger mehr als 400 erlegte Vögel dokumentiert. Die Ergebnisse dieses Projektes, das seit dem vergangenen Jahr in Kooperation mit verschiedenen Jagdverbänden und wissenschaftlichen Institutionen durchgeführt wird, liefern erste wichtige Einblicke in den Bruterfolg der Stockenten und eröffnen neue Perspektiven für eine nachhaltige Bejagung der Wasserwildarten.

Ein zentrales Ziel des Schwingenmonitorings ist es, belastbare Zeitreihen zu entwickeln, die eine kontinuierliche Analyse der Bestände ermöglichen. Die Jäger nutzen hierfür die Tierfund-Kataster-App des Deutschen Jagdverbands, um die erlegten Enten fotografisch festzuhalten. Besonders bemerkenswert ist, dass etwa 70 Prozent der erfassten Stockenten Jungvögel waren. Dieses Ergebnis deutet auf einen förderlichen Bruterfolg im Vorjahr hin.

Allerdings zeigt sich ein Schatten auf dieser positiven Bilanz: Der Anteil der adulten Weibchen war vergleichsweise gering, was auf hohe Prädationsraten während der Brutzeit schließen lässt. Diese Erkenntnisse sind für die Jägerschaft von besonderer Bedeutung, da durch die Erhebung und Analyse der gewonnenen Daten Trends frühzeitig erkannt werden können. Christian Hertz-Kleptow vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein hebt hervor, dass die aktive Teilnahme der Jägerschaft an diesem Monitoring zeigt, dass Jägerinnen und Jäger bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihr Expertenwissen zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen des Projekts wird auch eine KI-gestützte Altersbestimmung für die erlegten Stockenten angestrebt. Vor diesem Hintergrund wurde ein unabhängiger Vergleichsdatenatz erstellt, um die Zuverlässigkeit der Altersbestimmung durch Fotos zu testen. Die erfreuliche Nachricht: Bei mehr als 90 Prozent der Enten konnte das Alter korrekt bestimmt werden. Besonders bei jungen Stockenten lag die Erkennungsrate sogar über 95 Prozent. Diese hohe Zuverlässigkeit ermöglicht es, wissenschaftlich nutzbare Daten zu liefern, die für das zukünftige Management von Wasserwildarten unerlässlich sind.

Die Fortführung des Monitorings in den kommenden Jahren ist von großer Bedeutung. Nur durch eine kontinuierliche Datenerhebung können die Jägerinnen und Jäger Veränderungen in Bruterfolg und Bestandsentwicklung nachvollziehen und eine fundierte Basis für künftige Entscheidungen hinsichtlich der Jagdzeiten und der nachhaltigen Nutzung schaffen.

Insgesamt zeigt das Schwingenmonitoring eindrucksvoll, wie die Jägerschaft in deutscher Wildtierforschung und im Naturschutz aktiv mitwirkt. Die enge Zusammenarbeit zwischen engagierten Jägern, wissenschaftlichen Einrichtungen und den Jagdverbänden unterstreicht, dass modernes Wildtiermonitoring und praktisches Jagdwissen Hand in Hand gehen können. Somit entsteht eine vielversprechende Grundlage für das Management von Stockenten und anderen Wasserwildarten in Deutschland.