Im Podcast „Waidblick“ erklärt Generalsekretär Mag. Jörg Binder, welche Aufgaben der Dachverband Jagd Österreich übernimmt – und warum viele Erfolge der Interessenvertretung im jagdlichen Alltag kaum sichtbar sind. Die Zusammenarbeit mit den Landesjagdverbänden, Gesetzesvorhaben auf EU-Ebene und die internationale Vernetzung bilden den Kern der Tätigkeit des Dachverbandes. Auch Regelungen aus dem Chemikalien-, Tiergesundheits-, Natur- oder Waffenrecht können unmittelbare Auswirkungen auf Jägerinnen und Jäger haben, was Jagd Österreich frühzeitig erkennen und bewerten muss. Ein wichtiger Aspekt der Arbeit des Dachverbandes ist die Bündelung der Positionen der Landesjagdverbände. Dies geschieht, um jagdfachliche Argumente in politische Entscheidungsprozesse einzubringen und den Austausch mit europäischen und internationalen Partnerorganisationen zu pflegen. Ein konkretes Beispiel dafür ist eine bereits vor Jahren erreichte Ausnahmeregelung im Chemikalienrecht, die unmittelbare Vorteile für alle Jägerinnen und Jäger bringt. Im Gespräch mit Elisabeth Bernecker und Philipp Kopetzky von Jagdschein.at schildert Binder, wie diese Zusammenarbeit funktioniert. Er erläutert auch die aktuelle Sikawildthematik und ordnet die damit verbundenen jagdpolitischen Fragen ein. Darüber hinaus geht es um den Generationenwechsel innerhalb der Jägerschaft und um die Frage, wie viel Technik mit dem Grundsatz der Weidgerechtigkeit vereinbar ist. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist das Thema „No data, no hunting“. Binder betont, dass belastbare Wildtierdaten für die fachliche Begründung und langfristige Absicherung der Jagd unerlässlich sind. Andere Themen wie Klimawandel, der Umbau der Wälder, Sensibilisierung der Bevölkerung sowie die öffentliche Wahrnehmung der Jagd werden ebenfalls besprochen. Obwohl die Jagd laut Binder in Österreich eine Akzeptanz von rund 80% erreicht hat, wird die Person des Jägers häufig kritischer beurteilt als die Jagd selbst. Dazu formuliert Binder eine klare Haltung: Wer sich nicht an die geltenden Gesetze hält, ist für ihn kein Jäger. Zum Abschluss wird es im traditionellen „Waidblick“-Wordrap persönlicher – auch wenn sich Binder nicht bei jeder Frage auf nur eine Antwort festlegen möchte. Die Podcasterin Michaela Landbauer sammelt dabei Sichtweisen und Meinungen aus verschiedenen Perspektiven, um ein umfassendes Bild der aktuellen Jagdpraxis zu vermitteln.