Anton Larcher, Unternehmer, Jäger und derzeit Präsident von Jagd Österreich, hat sich über die Jahre eine Vielzahl von Perspektiven in der Jagd erworben. Im Interview gibt Larcher Einblicke in seinen Karriereweg, die Bedeutung der Verantwortung in der Jägerschaft und seine Vision für die Zukunft der Jagd in Österreich. Sein beruflicher Werdegang, der von der Bauwirtschaft geprägt ist, spiegelt sich in seiner Herangehensweise an die Jagd wider: Es bedarf eines fundierten Wissens und der Bereitschaft zur Verantwortung, um nachhaltige Lösungen zu finden. Larcher trat in die Jägerschaft ein, als er ein Waldgrundstück geerbt hatte, was ihn zur Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft in Innsbruck führte. Seine Leidenschaft für die Jagd entbrannte schnell, angefacht durch die Faszination für die Natur und die komplexen Zusammenhänge zwischen Wildtieren und ihren Lebensräumen. "Je mehr ich lernte, desto klarer wurde mir, wie wichtig es ist, Verantwortung für Wild und Lebensraum zu übernehmen," erklärt er. Sein Werdegang in der Jägerschaft war nicht vorherbestimmt. Die Wahl zum Bezirksjägermeister kam für ihn überraschend, doch schnell stellte er fest, wie wichtig die Vertretung der Jägerschaft ist. Larcher leitete die Reformen des Tiroler Jägerverbandes in einer kritischen Phase, als es galt, das Tiroler Jagdgesetz zu novellieren und den Verband neu aufzustellen. "Ich musste lernen, Entscheidungen nicht nur zu treffen, sondern auch die Stimme der Jägerschaft zu sein", so Larcher. Die Leidenschaft für die Gamsjagd prägt Larchers jagdliche Betätigung. "Das Leben und die Lebensräume dieser Wildart zu beobachten, ist für mich ein einzigartiges Erlebnis," sagt er. Diese Passion fügt sich nahtlos in seine politischen Ziele ein: Die Initiative „Tiroler Jagd 2030“ soll sicherstellen, dass die Herausforderungen der Zukunft, wie das Wildtiermanagement und die gesellschaftliche Akzeptanz der Jagd, proaktiv angegangen werden. Ein weiteres zentrales Anliegen Larchers ist die Stärkung der gemeinsamen Interessenvertretung über Bundesländergrenzen hinweg. "Eine starke einheitliche Stimme ist notwendig, um auch auf EU-Ebene Gehör zu finden," betont er. Die Wiederbelebung der Internationalen Jagdkonferenz und die Initiative zur Verbesserung des Monitorings von Wildbeständen sind erste Schritte, die er als Präsident verwirklichen konnte. Abschließend appelliert Larcher an alle Jägerinnen und Jäger: Der Zusammenhalt in der Jägerschaft ist entscheidend. "Wir müssen als Gemeinschaft auftreten, um unsere Jagd auch für zukünftige Generationen zu bewahren. Es geht nicht nur um die Jagd, sondern um eine verantwortungsvolle und nachhaltige Beziehung zu Wild und Natur," fasst er zusammen. Seine Überzeugungen unterstreichen die Notwendigkeit einer engagierten und verantwortlichen Jagdpraxis in einer sich wandelnden gesellschaftlichen Landschaft.
Recht · Österreich
Gemeinsame Verantwortung für die Zukunft der Jagd
Ein Interview mit Anton Larcher über seine Visionen und Herausforderungen als Präsident von Jagd Österreich