Im dichten Netz von Verkehrsinfrastrukturen in Österreich entfalten Straßen oft überraschende ökologische Vorteile für Wildtiere. Besonders Rehe, Feldhasen und zahlreiche Insektenarten finden entlang der Fahrbahnen Lebensräume, die in der Landwirtschaft verloren gehen. Jährlich fallen jedoch auch über 100.000 Wildtiere dem Verkehr zum Opfer, was die positiven Aspekte der Straße in einen kritischen Kontext rückt. Während Straßen zerschneiden und isolieren, bieten die angrenzenden Böschungen, Gräben und Randstreifen alternative Nahrungsquellen und mikroklimatische Vorteile.

Was heißt das für Jäger? Die Erkenntnis, dass Straßen in der modernen Landschaft nicht nur als Gefahrenzonen, sondern auch als Überlebensräume fungieren können, ist für die Jagdpraxis von großer Bedeutung. Jäger sollten die ökologischen Vorteile der Straßenränder berücksichtigen und gezielte Maßnahmen zur Wildlebensraumgestaltung im Revier ergreifen, um die Wildtierbestände zu unterstützen und gleichzeitig Kollisionsrisiken zu minimieren.