Die Vorarlberger Jägerschaft hat auf die jüngsten Äußerungen der grünen Landtagsabgeordneten Christine Bösch-Vetter zur Rinder-Tuberkulose (TBC) im Bregenzerwald mit deutlichem Unverständnis reagiert. In einer Pressemitteilung wird deutlich, dass die Grünen ein verzerrtes Bild von der Situation im Bezirk Bezau-Schönenbach zeichnen, indem sie angeblich „fehlende“ Rotwildabschüsse als Problem anführen. Die Jägerschaft betont, dass sie die Herausforderungen der Rinder-TBC ernst nimmt und intensiv an der Bekämpfung der Seuche arbeitet.

Die Realität der TBC beim Rotwild wird von der Jägerschaft nicht kleingeredet. Sie unterstützt aktiv das laufende Monitoring und die Umsetzung notwendiger Abschüsse. Daher fordert die Jägerschaft eine sachliche Diskussion über dieses sensible Thema anstelle von politischer Zuspitzung. Die von Bösch-Vetter in ihrer Aussendung genannten Zahlen stellen nur eine Momentaufnahme dar und vermitteln ohne fachlichen Kontext ein falsches Bild der tatsächlichen Situation. Die Rotwildbejagung erbringt in den Herbst- und Wintermonaten den Großteil der Abschüsse, weshalb Forderungen nach sofortiger vollständiger Erfüllung der Abschusspläne unrealistisch sind.

In den letzten Jahren hat die Jägerschaft unter Beweis gestellt, dass sie auch hohe Abschussvorgaben zuverlässig umsetzen kann. Trotz der steigenden Vorgaben wurden die Rotwildabschüsse auf Landesebene kürzlich sogar übererfüllt. Zudem wird die TBC-Bekämpfung nicht mehr allein von der Vorarlberger Jagdorganisation betrieben. Die Mitarbeit führender Experten folgt einem bundesweiten Ansatz, wobei die AGES in Innsbruck federführend tätig ist. Diese Fachkompetenz ist entscheidend, da Rinder-TBC ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren an der Schnittstelle zwischen Wild- und Nutztier darstellt.

Die Jägerschaft wendet sich gegen die Forderung nach einer „unabhängigen fachlichen Aufsicht des Bundes“ und betont, dass die TBC-Bekämpfung ein Gemeinschaftsprojekt aller Relevanten ist, einschließlich der Veterinärbehörden, Land- und Jagdwirtschaft. Diese enge Zusammenarbeit, die in Vorarlberg bislang grundsätzlich funktioniert, zeigt bereits positive Ergebnisse, insbesondere in den südlichen Landesteilen des Bundeslandes.

Nicht zuletzt hat der hohe Viehbestand im nördlichen Bekämpfungsgebiet einen Einfluss auf die Dauer der TBC-Beseitigung, da die hohe Nutztierdichte mit einem erhöhten Infektionsrisiko korreliert. Die Kritik der Grünen wird als unbegründet eingestuft, insbesondere unter Berücksichtigung der bislang erzielten Erfolge.

Manfred Vonbank, der Landesjägermeister, äußert sich enttäuscht über den gewählten Kommunikationsweg von Bösch-Vetter, der nicht dem reduzierten Verständnis für die Realitäten der TBC-Bekämpfung angemessen sei. Fruchtbare Gespräche und offener Austausch seien bislang möglich gewesen, jedoch wird die jüngste politische Entscheidung als negativ empfunden. Anstelle von gegenseitigen Schuldzuweisungen sieht die Jägerschaft den dringenden Bedarf an belastbaren Daten, Transparenz und einer soliden Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Parteien. Die Vorarlberger Jägerschaft erweist sich damit weiterhin als bereit, im Sinne der Sache zusammenzuarbeiten und die Bekämpfung der Rinder-TBC voranzutreiben.