Im Ilse-Wallentin-Haus in Wien fand am 29. und 30. September 2026 das 50-jährige Jubiläum des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) der BOKU University statt. Zufolge der Vielzahl von Gästen aus Politik, Wissenschaft und Naturschutz über 150 Personen wurden die Erfolge des Instituts gewürdigt, ebenso wie die Herausforderungen, die vor ihnen liegen. Der feierliche Rahmen bot nicht nur Rückblicke auf die vergangenen fünf Jahrzehnte, sondern auch einen Blick auf die aktuellen und zukünftigen Fragestellungen im Wildtiermanagement.

Die Eröffnungsrede von Institutsleiter Univ.-Prof. Dr. Klaus Hackländer stellte die Brücke zwischen der akademischen Welt und der praktischen Jagdpraxis her. Er hievte vor allem den Institutsgründer Em.o.Univ.-Prof. Dr. Hartmut Gossow hervor, dessen Engagement und Vision in der Wildtierforschung auch im hohen Alter von 89 Jahren weiterhin Bedeutung hat. Gossows Aufbauarbeit legte den Grundstein für die heutige Bedeutung des IWJ, das nicht nur in Österreich, sondern international großen Einfluss hat.

Ein zentraler Punkt der Jubiläumsfeierlichkeiten war die Verbindung von Forschung und Praxis. Viele Redner befassen sich mit der Notwendigkeit, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse mit den praktischen Erfahrungen von Jägerinnen und Jägern zu verknüpfen. DI (FH) Anton Larcher, Präsident von Jagd Österreich, betonte, wie wichtig diese Verbindungen sind, insbesondere inmitten der Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversität und Wildkrankheiten. Diese Aspekte werden durch die praxisnahe Ausbildung an der BOKU adressiert, die in den letzten 20 Jahren rund 1.000 Absolventen hervorgebracht hat.

Das Jubiläumsprogramm umfasste Vorträge, die von Alumni der BOKU präsentiert wurden. Dabei wurden Themen wie Mensch-Wildtier-Interaktionen und die gesellschaftlichen Dimensionen der Jagd umfassend behandelt. Besonders relevant war der Beitrag zur wildökologischen Raumplanung, der als ein zukunftsorientiertes Instrument vorgestellt wurde, um die Balance zwischen unterschiedlichsten Interessen in der Kulturlandschaft zu finden.

Das Festgespräch zwischen den beiden Institutsleitern Hackländer und Gossow verdeutlichte die Kontinuität und Evolution in der Wissenschaft. Ihre gemeinsamen Erinnerungen und fachlichen Rückblicke zeigten, dass die Grundlagen der Wildbiologie und Jagdwirtschaft nicht nur akademischer Natur sind, sondern weitreichende gesellschaftliche Relevanz haben.

Der Austausch über wissenschaftliche Erkenntnisse und deren praktische Anwendungen wird auch von den Medien, die mit den Absolventen in Kontakt stehen, als wesentlicher Bereich genannt. Der Weg von der Forschung in die jagdliche Praxis ist nicht nur wichtig, um die Ergebnisse zu kommunizieren, sondern auch, um das Bewusstsein für Wildtiere und deren Lebensräume in der Öffentlichkeit zu schärfen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die 50 Jahre des IWJ nicht nur durch die Erfolge in der Forschung und Ausbildung gekennzeichnet sind, sondern auch durch das Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung, die Wissenschaft und Jagd gegenüber den Wildtieren und deren Lebensräumen tragen. Die Verknüpfung von wissenschaftlicher Erkenntnis und jagdlichem Erfahrungswissen wird als Schlüssel für ein nachhaltiges Wildtiermanagement in Zukunft betrachtet.