Mit der bevorstehenden Zeitumstellung am 23. Oktober 2026 startet in Hessen eine gemeinsame Kampagne, um Wildunfälle zu verhindern. Initiatoren sind das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, der ADAC Hessen-Thüringen sowie der Landesjagdverband Hessen. Ziel dieser Initiative ist es, die Bevölkerung über das erhöhte Risiko von Wildwechsel in der Dämmerung zu informieren und dabei so viele Autofahrer wie möglich zu erreichen.
In den kommenden zwei Wochen, vom 26. Oktober bis 4. November, werden spezielle Radiobeiträge als Verkehrstipps in der Nähe der Verkehrsmeldungen ausgestrahlt. Diese Phase ist besonders relevant, da viele Pendler in der morgendlichen und abendlichen Dämmerung auf den Straßen unterwegs sind. Minister Kaweh Mansoori hebt hervor, dass schnelles Handeln entscheidend ist, wenn ein Wildtier plötzlich auf die Fahrbahn läuft. Um die Sicherheit sowohl für die Menschen als auch für die Tiere zu erhöhen, wird geraten, langsamer zu fahren, Abstand zu halten und aufmerksam zu sein.
Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen, ermutigt Autofahrer, sich bereits vor Fahrtantritt Gedanken darüber zu machen, wie sie im Falle eines unvorhersehbaren Wildwechsels reagieren sollten. Die korrekten Schritte in solch einer Situation sind: Das Lenkrad mit beiden Händen festhalten, stark bremsen und in der eigenen Spur bleiben. Ein riskantes Ausweichmanöver sollte unbedingt vermieden werden, da dies schwerwiegende Folgen für die Insassen des Fahrzeugs und andere Verkehrsteilnehmer haben kann.
Zusätzlich gibt die Kampagne Tipps, wie Autofahrer an Wald- und Feldrändern sicherer unterwegs sein können. Dazu gehört, dass man sein Fernlicht ausschaltet, wenn man ein Tier am Straßenrand sieht, und gegebenenfalls hupen sollte. Auch die Möglichkeit, dass weitere Tiere folgen, soll stets im Hinterkopf behalten werden.
Sollte es zu einem Wildunfall kommen, sind vordringliche Maßnahmen entscheidend. Es muss darauf geachtet werden, die Unfallstelle sofort abzusichern, indem die Warnblinkanlage eingeschaltet und das Fahrzeug am rechten Fahrbahnrand angehalten wird. Autofahrer sollten das Warndreieck aufstellen und eine Warnweste anlegen. Bei verletzten Personen ist es wichtig, den Notruf 112 zu wählen und die Polizei über die Situation zu informieren.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Erstellung einer Wildunfallbescheinigung durch einen Jäger oder die Polizei, besonders wenn ein Tier geflüchtet ist. Um die Suche nach einem verletzten Tier zu erleichtern, empfiehlt es sich, die Unfallstelle zu markieren. Dies kann einfach durch ein sichtbares Objekt wie eine Einkaufstüte am Straßenrand geschehen. Außerdem sollten Autofahrer vorsichtshalber niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen, um sich vor Infektionen zu schützen.
Die Kampagne zur Vermeidung von Wildunfällen zielt darauf ab, das Bewusstsein für diese Thematik zu schärfen und ein sicheres Fahrverhalten zu fördern. Denn jedesmal, wenn ein Wildunfall verhindert wird, wird nicht nur das Tierleid gemindert, sondern auch Menschenleben geschützt. Weitere Informationen und Verhaltenstipps sind auf der Webseite www.wildunfall-verhindern.de verfügbar. Die Kampagne wird auch über die sozialen Medien verbreitet, um eine möglichst große Reichweite zu erzielen.