Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat in den vergangenen Jahren im Raum Hessen erhebliche Herausforderungen für die Jägerschaft und die Landwirtschaft mit sich gebracht. Aktuell gibt es jedoch Anlass zur Hoffnung: Die Lage scheint sich in die richtige Richtung zu entwickeln. Zuständige Behörden bereiten eine Rückstufung von Sperrzonen vor, während gleichzeitig die Vorsorgemaßnahmen zur Eindämmung der Krankheit fortgesetzt werden müssen.

Am 31. Juli 2026 wurde der letzte positive Nachweis der ASP im Landkreis Darmstadt-Dieburg registriert. In Nord- und Mittelhessen bleibt die Jägerschaft gefordert, um einen Eintrag der Seuche aus Nordrhein-Westfalen zu verhindern. Hierzu fanden am 8. Oktober 2026 in Dietzhölztal Dialogveranstaltungen des Hessischen Landwirtschaftsministeriums (HMLU) statt, die ins Leben gerufen wurden, um die aktuelle Situation zu erörtern. Seit dem Ausbruch der ASP in Nordrhein-Westfalen im Juni 2025 konnte ein Eintrag nach Nordhessen erfolgreich verhindert werden.

Die präventiven Maßnahmen umfassen unter anderem die Errichtung eines etwa 60 Kilometer langen wildschweinsicheren Festzauns, der als Fernriegel fungiert. Weitere Zaunabschnitte und Parallelzäune ergänzen das bestehende Schutzsystem, während in der geplanten Weißen Zone die Schwarzwildbestände durch gezielte Such- und Entnahmemaßnahmen minimiert werden sollen.

In Südhessen richtet sich der Blick bereits auf den nächsten Rückstufungsantrag, der voraussichtlich am 26. Oktober 2026 beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat eingereicht werden soll. Um die Restriktionen in betroffenen Gebieten weiter zu lockern, bleiben die Maßnahmen zur Überwachung und Kadaversuche unverzichtbar. Staatssekretär Michael Ruhl appellierte an die Jägerschaft, diese Aufgaben mit Nachdruck weiterzuführen, um die aktuelle positive Entwicklung nicht zu gefährden.

Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Jägerschaft in den vergangenen zwei Jahren: Mehr als 7.000 Wildschweine und Wildschweinkadaver wurden beprobt, und 2.340 dieser Proben wiesen das ASP-Virus auf. Der Großteil der Fälle konzentrierte sich bislang auf Südhessen. Durch die intensive und verantwortungsvolle Bejagung der Schwarzwildbestände haben die Jäger einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Seuche geleistet.

Der Landesjagdverband Hessen dankte ausdrücklich den Jägerinnen und Jägern für ihre Geduld und ihren Einsatz in der ASP-Bekämpfung. Diese Zusammenarbeit hat nicht nur zur Eindämmung der ASP beigetragen, sondern auch neue Kontakte und ein verbesserte Kommunikationsstruktur zwischen verschiedenen Akteuren geschaffen. Der Erfolg der Maßnahmen ist ein Beispiel für die Notwendigkeit gemeinschaftlicher Anstrengungen im Kampf gegen Tierseuchen.

Vorsorgliche Maßnahmen und ein aktives Mitwirken der Jägerschaft sind daher auch weiterhin gefragt, um die Rückstufung der Sperrzonen erfolgreich zu gestalten und einen langfristigen Schutz gegen die Afrikanische Schweinepest zu gewährleisten. In diesem Sinne kommen auf die Jägerschaft große Herausforderungen, aber auch die Chance, ihren unverzichtbaren Beitrag zur Wildtier- und Gesundheitspflege in Hessen zu leisten.