Die kürzlich erschienene Medienmitteilung der Versicherung Die Mobiliar, die die Herbstjagd als Ursache für erhöhten Stress beim Wild und damit verbundene Verkehrsunfälle darstellt, hat für Aufregung in jagdkritischen Kreisen gesorgt. Mit dieser pauschalen Behauptung rief die Versicherung einige kritische Reaktionen hervor, insbesondere von JagdSchweiz, das die Aussage als unbegründet und irreführend zurückwies.
David Clavadetscher, Geschäftsführer von JagdSchweiz, stellte die Frage, woher die wissenschaftlichen Belege für diese Aussage stammen. Die Antwortfalle fiel jedoch ernüchternd aus: Die Mobiliar bezog sich in einer scheinbaren Bestätigung ihrer Aussagen auf den genau Beginn der Debatte, nämlich den Artikel von "Wild beim Wild", der die Medienmitteilung erst aufgegriffen hatte. Diese Art von Zirkelschluss, in dem eine Behauptung nur durch eine damit verknüpfte Vermutung untermauert wird, stellte die fragwürdige Grundlage ihrer Argumentation klar.
Im Rahmen dieser Kontroverse setzte JagdSchweiz den Druck auf Die Mobiliar aufrecht und präsentierte ihnen fundierte Daten aus Studien, die unter anderem beweisen, dass Wildunfälle nicht pauschal der Jagd zugeschrieben werden können. Infolgedessen wurde die ursprüngliche Medienmitteilung von Die Mobiliar korrigiert und der Verweis auf die Jagd als Unfallquelle entfernt. Dies zeigt die Wirksamkeit der Interessenvertretung von JagdSchweiz.
Darüber hinaus engagiert sich JagdSchweiz auf verschiedenen Ebenen für die Belange der Jägerschaft. Aktuell wird eine parlamentarische Initiative unterstützt, die eine faire Regelung bei Wildschäden fordert. Die Idee ist, die finanziellen Lasten von Jägern für Schäden, die durch geschützte Arten wie den Wolf verursacht werden, zu minimieren. Diese Initiative hat bereits Unterstützung durch die Umweltkommission des Nationalrats erhalten, die mit 16 zu 9 Stimmen für die Vorlage gestimmt hat.
Besondere Aufmerksamkeit widmet JagdSchweiz auch der Regulation von Steinwild in Schutzgebieten. Es wird angestrebt, den Kantonen die rechtliche Handhabe zu geben, übermäßige Bestände zu regulieren, um die Gesundheit des Wildes zu gewährleisten und die Waldverjüngung zu fördern.
Ein weiteres wichtiges Thema sind moderne Hilfsmittel zur Bekämpfung von Wildschweinen. JagdSchweiz setzt sich dafür ein, dass der Einsatz von Wärmebild- und Nachtzieltechnik ohne komplizierte Sondergenehmigungen möglich wird, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern.
Auch im Bereich der Wildbret-Hygiene verfolgt JagdSchweiz eigensinnige Ziele. Im Rahmen der Abkommen zwischen der Schweiz und der EU werden insbesondere die Herausforderungen der Bewegungs- und Gebirgsjagd angesprochen, um die Eigenständigkeit der Schweizer Regelungen für die Wildverwertung zu bewahren.
Schließlich engagiert sich JagdSchweiz für klare Regelungen in puncto Gehörschutz und Schalldämpfer im Jagdgesetz. Es wird angestrebt, die Reduktion von Lärm und ein effektiver Gehörschutz in der Waffenverordnung als gewichtige Gründe zur Vereinheitlichung der Genehmigungspraxis zu verankern.
Diese Vielzahl an Aktivitäten und Initiativen zeigt, wie wichtig die Arbeit von JagdSchweiz für die gesamte Schweizer Jägerschaft ist. Ob im Umgang mit Medien, im politischen Raum oder im Sinne einer nachhaltigen Wildtierbewirtschaftung, die Organisation setzt sich unermüdlich für die Rechte und Interessen der Jägerschaft ein.